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Reisebericht Februar 2005
Am 02. Februar 2005 starteten Helfer aus Haßfurt (Elisabeth Preisinger-Franz, Bernd Franz,Ferdinand Franz), Marktredwitz (Christine Bach, Mitglied im Landesvorstand des Diabetikerbundes) und Ilona Stiebitz, Landesjugendreferentin im Deutschen Diabetikerbund, Landesverband Bayern, ihre Hilfsaktion mit einer Flugreise nach Gambia.
Zwei Stunden Anreise nach Frankfurt, einchecken am Schalter von Condor. Obwohl Sondergepäck im
Voraus angemeldet waren, mussten noch ca. 400 Euro Gebühren entrichtet werden, 4 Euro pro Kg.
Lediglich das mitgeführte Insulin wurde gebührenfrei befördert.
Insgesamt befanden sich bei den Mitbringseln: Spielsachen, Bleistifte, Buntstifte, Bleistiftspitzer,Radiergummis und viele Kleinigkeiten mehr.
Der Hauptanteil waren Medikamente (Antibiotika, Schmerzmittel, Vitamine usw,), Insulin, Blutzucker-
Teststreifen und Geräte in einem Gesamtwert von weit über 20 000 Euro
Pünktlich hebt die Condor Maschine Boing 767-600 in Frankfurt ab. Zwischenstop in Dakar wie immer. Flugzeug verlassen, warten ,wieder einsteigen und nochmals 35 Minuten Flug bis zur Ankunft um 23:45 in Banjul . Nach Deutscher Zeit bereits 0:45 Uhr denn die Uhr wird eine
Stun de zurückbgestellt.
Langes Warten bei heißen Temperaturen aufs Gepäck. Nach einer Stunde stoppt das Kofferband.
Aber, es fehlt ein Bag mit Insulin ,im Wert von fast 3500 Euro.
Die Suche beginnt unter den Gepäckstücken, die niemanden zu geordnet werden konnten. Erfolglos!
Nach einer weiteren Stunde konnte Dr. Gaye ein Formular in Händen halten, welches das fehlende Gepäckstück bestätigte.
Koffer wurden in den Bus eingeladen und nochmals 35 Minuten Fahrt benötigte die Gruppe bis zur Ankunft im Hotel.
Fleißige Helfer brachten unser Gepäck auf die Zimmer und sorgten für erfrischende Getränke.
Weit nach Drei Uhr endete ein aufregender und anstrengender
Tag.
Den folgenden Tag (03.02.05) verbrachten wir in Ruhe.Ein
spätes Frühstück, Erkundung der Gegend ,vor allen Dingen
für die, die das Erste mal mit in Gambia waren.
Erwartungsvolle Gespräche mit Bekannten vom letzten Besuch.
Spaziergang am Strand, die Sonne geniesen und endlich wieder Mangofrüchte,süsse Bananen, Papaya und Ananas naschen
Reiseberich Gambia 2004
Reutlinger und Haßfurter Selbsthilfegruppen unterstützt Diabetes-Ambulanz in Gambia
In Gambia, Afrikas kleinstem Staat, kämpft Dr. Alieu Gaye für die Diabetiker. Aber nicht nur für seine Patienten setzt sich der 45-jährige ein. „Damit sich unser Land sinnvoll und nachhaltig weiterentwickeln kann, muss die Ausbildung stimmen“, sagt er. Und sein Ansinnen ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Mit der Reutlinger Oberärztin Dr. Bettina Born, der Vorsitzenden der Reutlinger Diabetiker Selbsthilfegruppe, Eleonore Morville, dem Reutlinger Roche Diagnostics-Mitarbeiter, Roland Schindler und seit 2003 auch aus Bayern.
Hier ist die Selbsthilfegruppe aus Haßfurt federführend , und hier hat er Mitstreiter gefunden.
Flughafen Frankfurt 13. Februar 2004
12 Reutlinger und 2 Haßfurter stehen voller Erwartungen zum Einchecken nach Banjul, der Hauptstadt Gambias, am Schalter. Über die Zwischenstation Dakar geht es weiter dem Ziel entgegen. Die Koffer und Taschen sind für acht Tage Aufenthalt in Gambia eigentlich viel zu schwer: Medizinische Geräte wie Blutzuckermessgeräte und Medikamente für Menschen mit Diabetes machen einen Großteil des Gepäcks aus. Hier gab es für die beiden Haßfurter die erste Überraschung. Für ihre mitgebrachten Medikamente und sonstige Hilfsmittel mussten sie 80 Euro für das Übergewicht berappen, man sah es gelassen, war es doch für einen guten Zweck. Medikamente sind dringend erforderlich, um das Royal Victoria Hospital in der gambischen Hauptstadt Banjul mit dem Notwendigsten zu versorgen. Über die Zwischenstation Dakar geht es weiter dem Ziel entgegen .
Etliche Stunden später, 23:45 Uhr Ortszeit,Ankunft in Banjul. Im Flughafenterminal kommt ein großgewachsener stattlicher Mann im blauen Festtagsgewand mit einem Lächeln auf die Gruppe zu. Dr. Alieu Gaye nimmt seine deutsche Kollegin Bettina Born in seine Arme und schüttelt anschließend jedem Neuankömmling die Hände. „Herzlich Willkommen, ich bin froh euch zu sehen“, sagt er.
Wichtige Schritte für eine bessere Versorgung
Tags darauf geht es zum Besuch ins Royal Victoria Hospital. Durch die große Eingangshalle führt Dr. Gaye seine Besucher zunächst in die Frauenstation, durch die sengende Hitze in die nicht weniger schwül warme Krankenstation. Eine Frau liegt mit einem offenen diabetischen Fuß auf einem Bett. Trotz ihres Leidens lächelt sie die Besucher aus Deutschland an. "Wenn wir Glück haben, kann sie ihren Fuß behalten", sagt Dr. Gaye. Und erzählt weiter: "Anders als in Deutschland müssen die Patienten hier ihren Krankenhausaufenthalt komplett aus der eigenen Tasche zahlen. Eine soziale Absicherung gibt es nicht." 15 Dalasi, etwa 60 Cent, kostet ein Tag im Krankenhaus. Weil viele dieses Geld nicht aufbringen können, behandelt Dr. Gaye Patienten umsonst, was ihm schon einigen Ärger eingebracht hat. Eines haben die Patienten gemeinsam: sie sehen ausgemergelt aus. Über ein paar Bananen freut sich die Frau, als hätte sie ein unglaublich kostbares Weihnachtsgeschenk bekommen.
Es geht weiter im Krankenhaus: Das „Wartezimmer“ ist an der frischen Luft, stundenlang sitzen die 180 Patienten an diesem Tag vor der Tür, und warten, bis sie an der Reihe sind. "Durch eure Hilfe sind wir in der Lage, endlich mal wieder eine vernünftige Blutzuckermessung durchführen zu können, das war schon tagelang nicht mehr möglich", berichtet Dr. Gaye.
Ausbildung von geeigneten Fachkräften
Der Weg führt weiter zur Orthopädiewerkstatt. Horst Diether, Schuhmachermeister im Reutlinger Krankenhaus, ist sehr gespannt. Nach einigen Monaten wird er Samba wieder treffen, der ein dreimonatiges Praktikum bei ihm gemacht hat. Er sei ein guter Schüler gewesen, und obwohl Diether kein Wort Englisch spricht und Samba kein Deutsch, verstehen sich beide prächtig, ein Dolmetscher wird nicht gebraucht. Endlich kann der junge Gambianer seinen Kollegen zeigen, von wem er seine Fertigkeiten gelernt hat.
Das Wissen, das Samba in Deutschland erworben hat, kann er jetzt zum Wohl der Patienten im Royal Victoria Hospital anwenden, und es ist nicht gerade wenig, was der junge Mann inzwischen bewirkt hat. „Genau das ist es, was uns hilft“, sagt Dr. Gaye. „Wir müssen unsere Leute ausbilden, damit sie hier in der Heimat etwas bewirken können, anders wird es nicht gehen.“
Aus diesem Grund wird immer wieder versucht, Krankenschwestern, Ärzte und medizinisches Personal nach Reutlingen zu holen und sie dort entsprechend zu schulen. Bisher mit großem Erfolg. Rund zehn Euro pro Woche würde es kosten, die Fußambulanz im Krankenhaus sinnvoll am Leben zu halten – Geld, das im Moment leider nicht zur Verfügung steht.
Not an allen Ecken und Enden
Zwei Tage später quält sich ein kleiner Bus durch die staubigen Straßen ins Landesinnere. Brufut heißt das Ziel, eine kleine typische afrikanische Ortschaft. In der heißen Sonne wird der Bus schon bei der Ankunft von Kindern begleitet. Zunächst wird die Gruppe vom Bürgermeister empfangen. Er und seine Familie sitzen in langen Gewändern in einem spärlich eingerichteten Wohnraum.
Nach der Begrüßung geht es gemeinsam zum Dorfplatz, der sich direkt vor der Schule befindet. In blauen Uniformen warten die Schüler der „Brufut Lower Basic School“ schon unter Schatten spendenden Bäumen und begrüßen ihre Gäste mit Gesang und Tanz. Die Besichtigung der Schule ist mehr als ernüchternd. Faustgroße Löcher im Wellblechdach machen einen Unterricht in der Regenzeit fast unmöglich, Tische und Möbel, so weit überhaupt vorhanden, scheinen bei der kleinsten Berührung zusammen zu brechen. Auch hier tut Hilfe mehr als Not. 1 700 Schüler werden dort unterrichtet, so gut es eben geht. "Wenn wir unsere Ausbildungsmöglichkeiten verbessern können, haben auch unsere Kinder eine Chance etwas zu verbessern", stellt Dr. Alieu Gaye während der Besichtigung fest.

