Gambia (engl.: The Gambia) ist ein Staat in Westafrika, an den Ufern des Gambia-Flusses gelegen. Mit Ausnahme eines schmalen Küstenabschnittes an der Mündung des Gambia-Flusses in den Atlantischen Ozean, wird Gambia vollständig vom Staat Senegal umschlossen.
Der etymologische Ursprung des Namens Gambia kommt aus dem Portugiesischen. Der westafrikanische Staat ist nach dem Gambia-Fluss benannt, der sich vom portugiesischen Wort câmbio („Austausch“ oder „Handel“) ableitet. Câmbio ist vielleicht die Übersetzung der Bezeichnung für den Fluss der damaligen Bevölkerung im 15. Jahrhundert. Das Wort ba dimma (nach anderer Deutung fura), wird dabei als Quelle genannt. ba dimma kommt aus der Mandinka-Sprache wobei ba übersetzt Fluss heißt. Oder – câmbio beschreibt einfach nur die Stelle, an der die Portugiesen die Region erkundeten und einfachen Handel mit der Bevölkerung betrieben hatten
In Gambia gibt es ca 75 % Analphapeten und 73% Arbeitslosigkeit. Deshalb leben viele Menschen am äußersten Existenzminnimum. Kinder bemühen sich durch gelegendliche diverse Verkäufe (Obst) oder betteln zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Folge
kein Schulbesuch, keine Bildung, kein Job, ein Teufelskreis!
Im Bereich des Gesundheitswesen herrscht ein großer Mangel. Die Menschen sind nicht in der
Lage, und schon gar nicht Diabetiker die Kosten für eine Behandlung aufzubringen.
Die Gesundheitseinrichtungen sind teilweise und vor allen Dingen an westdeutschen Maßstäben gemessen sehr marode.
Hilfe ist in allen Berreichen angesagt. In erster Linie aber Hilfe zur Selbshilfe.
Geographie
Gambia liegt an der Westküste des afrikanischen Kontinents und ist mit 11.295 km⊃2; dessen kleinster Flächenstaat. Die ungefähr 740 Kilometer lange Grenze, in einer Vereinbarung zwischen Frankreich und England im Jahre 1888 festgelegt, folgt auf einer Länge von etwa 480 km sowie einer Breite von 10 bis 50 km dem Verlauf des Gambia-Flusses. Abgesehen vom Küstenabschnitt ist Gambia eine Enklave im zwanzig mal größeren Senegal.
Die geologischen Ursprünge von Gambia liegen im tertiären und quartären Erdzeitalter; der Boden ist also relativ jung. Gambia ist Teil der tertiären kontinentalen Hochebene, die 53 Prozent der Landfläche mit angeschwemmten quartären Ablagerungen entlang dem gleichnamigen Fluss Gambia umfasst. Gelegentliches Eindringen des Meeres und terrestrischer Sedimentablagerungen von Sand und die Bildung von Sandstein kennzeichnen die Geologie des Landes. Eisenablagerungen entstanden mit den Regen- und Trockenzeiten während des Pleistozäns.
Flora und Fauna
Die geographische Position des Landes, kombiniert mit den umfangreichen Feuchtgebieten, sorgt für eine große Anzahl der verschiedensten Pflanzenarten im Lebensraum. Ungefähr 530 verschiedene Pflanzenarten sind in Gambia bekannt. Der nördliche Teil von Senegal liegt in der Sahelzone, weiter im Süden Westafrikas schließt sich der tropische Regenwald (Guineazone) an. Die Übergangszone, in der auch Gambia liegt, nennt man auch Sudanzone. Feuchtsavanne ist der vorherrschende Vegetationstyp, wobei nördlich des Gambias die Vegetation spärlicher ist.
Soweit der Einfluss des Salzwassers, der so genannten Brackwasserzone reicht, finden sich am Ufer des Gambia dicht verschlungene Mangroven und etwas weiter entfernt davon riesige Baobabs (Affenbrotbäume) sowie Akazien, Mahagonibäume, Ölpalmen, Afzelien, Pterokarpen, Papayen (Carica Papaya), Kalebassenbäume, Pandanen, Kassien (Cassia), Tamarinden, Drachenblut-, Ebenholz-, Gurunuss- und Wollbäume (Eriodendron anfractuosum).
Gambia bietet mit seinen umfangreichen Feuchtgebieten einer großen Anzahl der verschiedensten Tierarten Lebensraum. Ungefähr 108 Säugetierarten und über 540 Vogelarten sind in Gambia bekannt. Für die große Vielfalt der bunten Vogelwelt ist das Land bekannt - ein Drittel dieser Vögel sind Zugvögel. Für diverse Fische ist die geschützte Küstenlinie ein beliebtes Laich- und Aufwuchsgebiet.
Großwild wie Elefanten, Löwen und Giraffen wurde im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den Kolonialherren ausgerottet.
Städte
Die mit Abstand größte Stadt ist Serekunda in der Kombo-St. Mary Area, die mit 335.733 Einwohnern das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum dieses Landes bildet.
Die größte Bevölkerungsgruppe ist die der Mandinka mit einem Anteil von ungefähr vier Zehntel, gefolgt von den Fulbe und den Wolof. Einen Anteil von ein Viertel verteilen sich auf die restlichen ethnischen Gruppen.
Sprachen
Die englische Sprache wurde mit der Unabhängigkeit Gambias von Großbritannien im Jahr 1965 als offizielle Amtssprache eingeführt bzw. weiter geführt. Sämtlicher Schriftverkehr wird in Englisch abgewickelt. In der Küstenregion kann man davon aus gehen, dass man sich immer gut in Englisch verständigen kann. Im dörflichen Hinterland wird man immer jemanden finden, der englische Sprachkenntnisse hat.
Da in Gambia viele verschiedene Ethnien leben, die sich hauptsächlich durch ihre eigene Sprache definieren, sind die Gambier recht sprachbegabt. Häufig sprechen sie mehrere Sprachen fließend oder können sich zumindest darin verständigen. Neun Sprachen sind hauptsächlich verbreitet, aber bis zu zwanzig verschiedene Sprachen werden in diesem kleinen Land gesprochen. Am meisten verbreitet ist mit etwa 454.000 Sprechern das Mandinka aus der Gruppe der Mande-Sprachen. Topographische Bezeichnungen sind häufig in Mandinka. Das Wolof mit etwa 165.000 Sprechern, dass die größte Verbreitung in Senegal hat, wird vor allem in der Küstenregion um Banjul und in der Kombo-St. Mary Area gesprochen. Wolof wird oft als Handels- und Geschäftssprache benutzt und diente auch in der Zeit der Konföderation Senegambia als Parlamentsprache. Das Ful (oder Fulani) wird von etwa 263.000 Gambiern gesprochen. Die arabische Sprache ist eine alte Schriftsprache im Gambia-Tal, denn im Zuge des Transsaharahandels kamen schon seit dem 10. Jahrhundert v. Chr. arabische Händler zu den westafrikanischen Herrscherhäusern. Durch die Annahme des Islam wurde die arabische Sprache, die heute als Bildungssprache und Sprache der Religion gilt, weiter verbreitet. Durch die grenznahen Kontakte mit Senegal haben viele Gambianer auch fundierte Französisch-Kenntnisse. Durch die hohe Sprachbegabung haben Gambianer, die Kontakt mit dem Tourismus haben, oft zusätzlich Sprachkenntnisse in deutsch, niederländisch, schwedisch oder finnisch.
Religion
Gambias Bevölkerung ist zu 90 Prozent moslemisch, neun Prozent christlich und etwa ein Prozent glaubt an traditionelle afrikanische Religionen. Im Gegensatz zu dem Voodoo-Kult in Haiti versteht sich der Voodoo in Westafrika in der Regel als eine weiße, heilende und gute Magie. Trotzdem werden gelegentlich Geschichten verbreitet, in denen auch Menschen mit böswilligen Absichten Voodoo-Zauber praktizieren.
Obwohl Moslems (Sunniten) den Hauptteil der Bevölkerung bilden, genießen alle Religionen eine ruhige und friedliche Koexistenz. Gambia ist ein weltlicher Staat, der den Respekt für alle kulturellen und traditionellen Werte fördert. Dieser Zustand garantiert Freiheit für alle, um die Religion ihrer Wahl auszuüben. Mit diesem Hintergrund ist es in Gambia traditionell üblich, dass alle offiziellen Veranstaltungen mit Gebeten durch einen christlichen Priester und einen moslemischen Imam eröffnet werden.
Ein Tier mit mythologischer Bedeutung ist das Krokodil. Es dient als heiliges Tier und Fruchtbarkeitssymbol - so sehen die Westafrikaner zum Beispiel bei Vollmond nicht den Mann im Mond, sondern, in der Mandinka-Sprache Bambo genannt - ein Krokodil. Auch gibt es ein Sprichwort, in dem es heißt:
"Erblickst du im Fluss ein weißes Krokodil, kriegst du Kinder viel".
Es gibt auch mindestens drei heilige Krokodilbecken, die unter anderem auch für den Tourismus betrieben werden. Das bekannteste ist das Krokodilbecken bei Bakau. Daneben gibt es Anlagen bei Barra und Allahein.
Als Baum mit mystischer Bedeutung gilt der Baobab (Affenbrotbaum).
Bildung
Der Alphabetisierungsgrad - nach einer Definition der OECD ist das der Anteil der Bevölkerung, der lesen und schreiben kann und dabei älter als 15 Jahre ist - liegt nach einer Schätzung von 2003 bei 40,1 Prozent. Nach Geschlechtern aufgeteilt sind das 47,8 Prozent der Männer und 32,8 Prozent der Frauen. Die Staatsausgaben, gemessen am Anteil des Bruttoinlandsprodukt, für das Bildungswesen lagen 2002 bei 2,8 Prozent.
Das Schulsystem ist an dem britischen System angelehnt, eine Schulpflicht besteht in der Greater Banjul Area. Das Einschulungsalter liegt bei sieben Jahren in der Primiary School, die sechs Schuljahre umfasst. Nach einem gutem Abschluss folgt die fünfjährige Secondary High School. Danach ist der Weg offen für die zweijährige High School in Banjul, diesen Abschluss berechtigt den Besuch einer Universität.
In Serekunda gibt es die im Jahr 1998 gegründete Universität von Gambia, die 1999 ihren Lehrbetrieb aufnahm. Zuvor mussten die Studenten ins Ausland gehen.
Demographie
Der Staat Gambia hat nach einer Schätzung eine Einwohnerzahl von knapp 1,6 Millionen Einwohner (Schätzung Juli 2006) und wächst mit einer Bevölkerungswachstumsrate von 2,84 Prozent. Dieser Wert ist im Laufe der Zeit angestiegen und hatte im Jahr 1993 den Zenit mit 3,88 Prozent erreicht. Seitdem sinkt die Wachstumsrate stetig. Bei einer Fläche von 11.295 km; macht das eine Bevölkerungsdichte von 146 Einwohner pro km⊃2; aus. Weltweit liegt Gambia damit auf Rang 51.
Die Altersstruktur zeigt den Aufbau eines typischen Entwicklungslandes, was man in der leichten Pagodenform in der Alterspyramide erkennen kann. So macht zum Beispiel die Altersgruppe der bis 14-jährigen einen Anteil von 44,3 Prozent aus. Die Gruppe der Alten hat nur einen Anteil von 2,7 Prozent. Die restlichen 53,0 Prozent sind die Bewohner zwischen 15 und 64 Jahre.
Die Verteilung über beide Geschlechter ist nahezu gleich. In der Alterspyramide ist kein Ausschlag zu erkennen, der auf gesellschaftliche Veränderungen wie zum Beispiel Kriege, Katastrophen oder einen Pillenknick hindeutet. Bei der Gruppe der bis 14-Jährigen überwiegt leicht mit einem Verhältnis 1,01 der männliche Anteil und auch bei der Gruppe der Alten liegt das Verhältnis zu Gunsten des männlichen Anteils bei 1,05. In der restlichen Bevölkerungsgruppe liegt das Verhältnis des männlichen Anteils bei 0,99.
In Gambia liegt das mittlere Alter (Median) bei 17,7 Jahren ( 17,6 Jahre/ 17,8 Jahre). Man kann für die im Jahr 2006 Geborenen von einer Lebenserwartung von 54,1 Jahren ausgehen (52,3 Jahre/ 56,0 Jahre). Die Todesrate beträgt 12,3 Sterbefälle pro Jahr und 1000 Einwohner. Die Geburtenrate beträgt 39,4 Geburten pro Jahr und 1000 Einwohner. Dabei liegt die durchschnittliche Kinderzahl bei 5,3 Geburten pro Frau. Dabei kommen auf 1000 Geburten 71,6 Todesfälle ( 78,1 Jahre/ 64,9 Jahre).
Die Verbesserungen in der klinischen Versorgung zeigt sich darin, dass im Jahr 2003 zum ersten Mal in der gambischen Geschichte eine junge Frau aus Brikama Fünflinge hatte. Sie brachte die Kinder unter weltweitem Medieninteresse gesund in einer Klinik zur Welt.
Das Land verzeichnet eine positive Einwanderungrate, die bei 1,29 Einwanderern pro 1000 Einwohnern liegt.
Gesundheit
Die Staatsausgaben für das Gesundheitswesen, gemessen an dem Anteil am Bruttoinlandsprodukt, betrugen 1990 2,2 Prozent und stiegen 2001 auf 3,2 Prozent. Auch die Zahl der Ärtze und des Personals im Gesundheitswesen erhöhte sich im gleichem Zeitraum. Durch die neue Universität ist es auch nun möglich, Ärzte im eigenen Land auszubilden.
Erfolgreiche Programme zur Aidsbekämpfung sorgten dafür, dass die Aids-Rate in Gambia rückläufig ist. Sie liegt momentan (2003) bei 1,2 Prozent, was im Vergleich mit dem schwarzafrikanischen Durchschnitt von neun Prozent besonders niedrig ist. Auch das Malaria-Kontroll-Programm Gambias gilt als vorbildlich für ganz Westafrika.Im Bereich des Gesundheitswesens herrscht ein großer Mangel. Die Menschen sind nicht in der Lage, und schon gar nicht Diabetiker, die Kosten für eine Behandlung aufzubringen.
Die Gesundheitseinrichtungen sind teilweise und vor allen Dingen an westdeutschen Maßstäben gemessen sehr marode.
Hilfe ist in allen Berreichen angesagt. In erster Linie aber Hilfe zur Selbshilfe.
Geschichte
Die fruchtbaren Ufer des Gambia-Flusses sind seit Jahrtausenden besiedelt. Ein schriftliches Zeugnis gab der Karthager Hanno der Seefahrer um 470 v. Chr. im Bericht seiner Reise nach Westafrika. Die Verbindung zum Mittelmeerraum riss erst mit dem Fall des Römischen Reiches und der Ausbreitung des Islam nach Süden ab. Im 14. Jahrhundert erstreckte sich das riesige Reich der Malinké von der Sahara bis zu den Wäldern im Süden des Gebietes, auf dem heute Liberia und Sierra Leone liegen.
1618 vergab König James I. einer britischen Gesellschaft ein Privileg zum Handel mit Gambia und der Goldküste (heute Ghana). Im späten 17. Jh. bis Ende 18. Jh. stritten sich England und Frankreich um die politische und wirtschaftliche Herrschaft über die Flüsse in Senegal und Gambia. Der Pariser Frieden von 1763 übertrug Großbritannien die Herrschaft über Gambia, die Franzosen bekamen lediglich eine kleine Enklave um Albreda nördlich des Flusses. Diese wurde 1857 an Großbritannien abgetreten.
In der Zeit des transatlantischen Sklavenhandels wurden mehr als drei Millionen Sklaven nach Amerika verschleppt. Erst 1807 hörte Großbritannien offiziell mit dem Sklavenhandel auf, was dem Handel in Gambia vorerst keinen Abbruch tat. Im Jahr 1816 bauten die Engländer in Bathurst (heute Banjul) einen Militärstützpunkt. Die folgenden Jahre unterstand Banjul zeitweise dem Britischen Statthalter-General in Sierra Leone. Erst 1888 wurde Gambia eine eigenständige Kolonie.
Am 18. Februar 1965 wurde Gambia als konstitutionelle Monarchie ins Commonwealth aufgenommen. Am 24. April 1970 wurde Gambia eine Republik innerhalb des Commmonwealth umgewandelt. Der erste Präsident der Republik war Sir David Dawda Kairaba Jawara, der bis 1994 fünfmal wiedergewählt werden sollte. 1981 erschütterte ein gewaltsamer Staatsstreich das Land. Im Nachspiel zum Putsch unterzeichneten am 12. Dezember 1981 Gambia und Senegal einen Vertrag, der die Vereinigung der Streitkräfte, der Währung und des Wirtschaftsraumes in der Konföderation Senegambia vorsah. Diese Konföderation bestand vom 1. Februar 1982 bis zum 30. September 1989, als Gambia aus dem Bund austrat.
Jüngste Ereignisse
26. September 2002: Der Untergang der senegalesischen Fähre Joola, der damals einzigen Fähre zwischen Ziguinchor (Region Casamance) und Dakar, vor der gambischen Küste. Das Unglück forderte dabei über 1800 Todesopfer.
Politik
Gambia ist eine Republik mit einer demokratisch gewählten Mehrparteienregierung unter dem Präsidenten Yahya Jammeh. Der junge Leutnant Jammeh kam 1994 durch einen militärischen, aber weitgehend unblutigen Staatsstreich an die Macht, der aus einem Protest der Soldaten über verspätete Soldauszahlungen entstand. Er kündigte damals an, er wolle mindestens bis zum Jahr 1998 allein regieren. Dennoch wurden – vielleicht um den Tourismus, von dem Gambia wirtschaftlich stark abhängig ist, nicht zu gefährden – bereits 1996 wieder Wahlen abgehalten, aus der Jammeh klar als Sieger hervorging. Eine neue Verfassung wurde eingeführt.
Tatsächlich sind die Jahre von 1996 bis 2000 von einer gewissen Stabilität und wirtschaftlichem Aufschwung geprägt: der internationale Flughafen in Banjul sowie zahlreiche Straßen werden modernisiert, ein neues Krankenhaus, neue Schulen, eine Fernsehstation und ein riesiges Revolutionsdenkmal entstehen. Der Tourismus ist wieder eine gute Einnahmequelle.
2000 werden (laut Amnesty International) mindestens 14 Personen bei einer Straßenschlacht zwischen studentischen Demonstranten und der Polizei getötet. Schulen sind zeitweilig geschlossen, Patrouillen prägen das nächtliche Stadtbild.
2001 wird Jammeh erneut wiedergewählt. 2002 gewinnt die Alliance for Patriotic Reorientation and Construction (APRC) die Wahl zur Nationalversammlung, allerdings boykottiert die Oppositionspartei UDP die Wahl.
Seit Dezember 2004 beteiligt sich Gambia an einer Friedensmission im Sudan unter Führung der Afrikanischen Union (AU).
Am 16. Dezember 2004 wird der regierungskritische Journalist Deyda Hydara ermordet. Zuvor hatte er das neue Mediengesetz angeprangert, nach dem Journalisten für das Schreiben eines „verleumderischen Artikels“ (zum Beispiel: üble Nachrede, Veröffentlichung aufrührerischer Artikel) zu einer Haftstrafe von mindestens sechs Monaten verurteilt werden können. Vier Tage nach Deyda Hydaras Ermordung protestierten Hunderte von Journalisten gegen die Ermordung und für den Erhalt der Pressefreiheit.
3. Mai 2005 : Die Organisation Reporter ohne Grenzen nimmt am internationalen Tag der Pressefreiheit Präsident Jammeh neu in die Liste der „Feinde der Pressefreiheit“ auf und macht dadurch weltweit darauf aufmerksam, dass die Bedingungen für Journalisten in Gambia nicht die Besten sind. Gambia ist ein von einer regierenden Partei dominiertes Land; an der Macht ist die Alliance for Patriotic Reorientation and Construction. Oppositionelle Parteien sind erlaubt, erlangten in der Vergangenheit aber zu keinem großen Einfluss. Im Jahr 2005 bilden fünf oppositionelle Parteien, also praktisch die gesamte Opposition des Landes, eine Koalition mit dem Namen National Alliance for Democracy and Development
Militär
Der Anteil der Staatsausgaben für die Gambian National Army (GNA), Gambian Navy (GN), Presidential Guard und der National Guard liegen gerade bei vier Promille vom Bruttoinlandsprodukt (Schätzung 2005), damit gehört Gambia zu den Staaten mit den geringsten Militärausgaben weltweit. Die Armee wurde zunächst, infolge des Putsches von 1981, als kleine 200 Mann starke Einheit 1983 gegründet. Vorher gab es seit der Unabhängigkeit keine bewaffneten Streitkräfte im Land, lediglich eine 750 Mann starke Polizei und ein halb so große Verband mit dem Namen Field-Force. Man hatte bis zu dem Putsch ein Verteidigungsabkommen mit dem Sengal abgeschlossen.
Obwohl das Land nur eine kleine Armee besitz, beteiligt sich das Land intensiv an Friedensmissionen der UN, so zum Beispiel an der United Nations Mission in Liberia (UNMIL).
Fortbewegungsmittel
Ein Jahr nach der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1965 hat Gambia den Linksverkehr auf den Straßen abgeschafft. Seitdem wird auf den Straßen, wie in den anderen westafrikanischen Staaten, rechts gefahren. Fahrzeuge, die rechts gesteuert werden, sind nicht mehr zugelassen.
Das Straßennetz hat eine Größe von ungefähr 3.742 Kilometer Länge (2003). Davon sind 723 Kilometer asphaltiert. Die übrigen 3.019 Kilometer sind nicht asphaltiert und deshalb zum Teil in schlechtem Zustand.
Nördlich des Gambia-Flusses befindet sich eine wichtige Straße (Norduferstraße), die das Land durchquert. Bedeutender für den Fernverkehr ist jedoch die Süduferstraße, die von Banjul über Brikama bis nach Basse Santa Su durch das ganze Land verläuft.
Schienenverkehr
Gambia besitzt in der heutigen Zeit kein aktiv betriebenes Streckennetz mehr. In den 1930er Jahren gab es bei Brikama eine kurze Strecke von zwölf Kilometer Länge für den Gütertransport.
Luftverkehr
Etwas außerhalb von Banjul befindet sich der Banjul International Airport. Das Flugfeld wurde 1987 von der NASA als transatlantische Notlandestelle für Space Shuttles ausgewählt und in den folgenden Jahren für diese Aufgabe angepasst. Neu misst das Flugfeld 3600 m.
Wasserverkehr
Der Tiefwasserhafen von Banjul spielt für den internationalen Warenverkehr eine große Rolle. Betrieben wird er von der staatlichen Gambia Ports Authority.
Der Gambia-Fluss ist bis 390 Kilometer ins Landesinnere mit Schiffen befahrbar. Hochseeschiffe können, bedingt durch den Tiefgang, den Gambia nur bis etwa 190 Kilometer befahren.
Auf dem Fluss gibt es einige Fähren, die für den Personen- und Kraftfahrzeugverkehr eine wichtige Nord-Süd-Verbindung darstellen. Eine wichtige Fährverbindung befindet sich zwischen Banjul und Barra am nördlichen Ufer der Gambia-Mündung, auf der wichtigen Verkehrsstrecke nach Dakar. Für den Fährverkehr wurde am 25. Juli 2005 die in der Ukraine gebaute neue Fähre mit dem Namen Kanilai Ferry, vom Präsidenten Jammeh in Dienst gestellt. Die Fähre mit 50 Meter Länge, 12,5 Meter Breite und einem Tiefgang von 1,7 Meter kann maximal 250 Tonnen Fracht sowie 1200 Personen befördern. Die maximale Zahl wurde aber auf 600 Passagiere begrenzt.
Telekommunikation
Die staatliche Gambia Telecommunications Company Ltd., kurz Gamtel, ist Gambias wichtigstes Telekommunikationsunternehmen. Neben den 50.000 (Stand 2004) Festnetz-Anschlüssen betreiben sie ein Mobilfunknetz. In der Banjul Greater Area und der Westen der Western Division ist flächendeckend, in den anderen Landesteilen besteht Netzversorgung mit Mobilfunk nur in den Ballungsräumen.
Ein weiteres Unternehmen, dass in Gambia ein Mobilfunknetz betreibt, ist die afrikaregionale Africell. Zusammen haben die beiden Anbieter 220,000 Mobilfunkteilnehmer (Stand 2005), das sind 25 Prozent der 15 bis 64jährigen der Landesbevölkerung oder 1,9 Handys pro Haushalt. Damit gab es einen Anstieg der Teilnehmer von 2000 um mehr als 3000 Prozent.
Nach einer Schätzung von 2005 gibt es im Land 49.000 private Internetnutzer, das sind knapp sechs Prozent der 15 bis 64jährigen. Diese Zahl hat sich innerhalb von vier Jahren verzehnfacht. Es gibt aber eine Vielzahl von Telecentern die verschiedene Kommunikationsdienste wie ein Internet-Terminal, Fax-Gerät und ein Festnetztelefon gegen Entgelt zur Verfügung stellen.
Die staatliche Rundfunkgesellschaft, die Gambia Radio & Television Services (GRTS) ist der einzige Fernsehsender. Mit der GRTS gibt es fünf Rundfunkprogramme, es wird aber auch Rundfunk aus dem benachbartem Senegal empfangen. Nach einer Schätzung von 1997 gibt es 197.000 Radios.
Wirtschaft
Gambia besitzt keine Bodenschätze, die sich wirtschaftlich erschließen ließen - Landwirtschaft und Fischerei sind die Haupterwerbszweige des Landes.
Nach einer Schätzung aus dem Jahr 2005 liegt das Bruttoinlandsprodukt kaufkraftbereinigt bei 2,39 Milliarden Euro, das entspricht 1460 Euro pro Einwohner. Dennoch zählt Gambia nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt: noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als einem US-Dollar pro Tag (nicht kaufkraftbereinigt) auf 59 Prozent.
Landwirtschaft
Zwei Drittel der Erwerbstätigen arbeiten im Bereich der Landwirtschaft, die ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Der Gambia-Fluss mit seinen Nebenflüssen ist Gambias Lebensader.
Seit der Ankunft der Portugiesen im 14. Jahrhundert war der Fluss ein Haupthandels- und Transportweg zum afrikanischem Hinterland. Von Elfenbein, Eisen, Gold, Sklaven bis hin zu Erdnüssen wurde auf dem Fluss alles transportiert. Seit den Achtziger Jahren wird der Flusstransport durch den Passagierverkehr beherrscht. Das Flusswasser lässt sich am effizientesten in der Bewässerung landwirtschaftlich genutzter Flächen verwenden. Der Westen von Gambia, im besonderen in den dicht besiedelten Gebieten, hängt völlig von der Nutzung des Grundwassers für den industriellen und den häuslichen Gebrauch ab.
Tourismus
Der Tourismus in Gambia leistet, nach der Landwirtschaft, den zweitwichtigsten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt. Die meisten Touristen besuchen das Land wegen der Strände, daneben sind Fischfang- und Vogelexkursionen besonders wichtig. Durch die Zunahme des Tourismus in den letzten 30 Jahren wurde nach und nach mehr als die Hälfte der erschlossenen Küstenlinie bebaut.
Industrie
Die industrielle Fertigung in Gambia schließt den Straßenbau, die Brauerei Banjul Breweries, einen Fahrradhersteller, den Hausbau und eine Gießerei mit ein. Es gibt auch viele Kleinbetriebe, die Möbel herstellen, Metall verarbeiten, Holzschnitzereien fertigen oder Fisch verarbeiten.
Musik
Traditionelle Instrumente in Gambia sind Balafon, Kora und Djembe. Man findet im ganzen Land immer Männer, die zum Zeitvertreib auf einer Djembe spielen. Dadurch ist in den Dörfern, auf dem Strand oder abends zu Geselligkeiten immer ein Rhythmus in der Luft, der in der Regel angenehm und beruhigend wirkt. Für den Tourismus werden Trommelkurse angeboten, bei denen die Gäste das Trommelspielen vor Ort erlernen können.
In Westafrika gibt es eine Reihe von Musikern, die populäre Musik produzieren. So ist im Nachbarland Senegal Youssou N’Dour ein Superstar, dies ist in Gambia nicht anders. Aus Gambia ist international bekannt der Musiker Foday Musa Suso. Weit verbreitet sind neben der internationalen Popmusik auch afrikanischer Hip Hop, Reggae und die afrokaribische Musik.
Essen und Trinken
Die gambische Küche gehört zur westafrikanischen Küche, die durch die nordafrikanischen Länder von der arabischen Küche beeinflusst wurde. Durch die geringe Größe des Landes wird man keine typisch gambischen Spezialitäten finden, die Gerichte werden in Variationen oder mit anderem Namen auch in Senegal und den anderen westafrikanischen Ländern zu finden sein. Im Gegensatz zu Senegal, wo sich die französische Küche mehr durchgesetzt hatte, konnte sich die britische Küche in Gambia nicht richtig durchsetzen. Gekocht wird viel mit frischem und getrocknetem Fisch. Folgende Fische werden beispielsweise dabei verwendet: Ladyfisch, Barrakuda, Meeräsche, Korallenfisch und Seezunge. Als Beilage werden Reis, Süßkartoffeln, Cassava, Okra und andere Gemüsesorten verwendet. Typisch für die Gambische Küche ist die Erdnusssoße.
Die Hauptgerichte sind Chicken Yassa (oder sisay yassa), ein in Zitronensaft und Zwiebeln sauer eingelegtes Hähnchen und Benachin, ein Reisgericht dass mit frischem Gemüse und getrocknetem Fisch zubereitet wird. Dann gibt es das Domoda (oder Domodah), ein Eintopf mit Erdnusssoße, der mit Fleisch und Gemüse zubereitet wird. Als kleine Zwischenmahlzeiten gelten die Fish Cakes, mit Fisch und Gewürzen gefüllte frittierte Teigtaschen. Als Süßspeise gibt es das Chakery, das mit Joghurt zubereitet wird. Neben frischem Obst wird man immer frisch geröstete Erdnüsse bekommen.
Auf Grund des islamischen Glaubens ist Alkohol nicht weit verbreitet. Die Volksgruppen Aku und Diola aber trinken gerne Palmwein. Dazu wird gegorener Saft aus Palmen, mittels aufgehängter Flaschen, gesammelt. Das Hauptgetränk der Gambier ist aber Attaya, ein grüner Tee – der wie im arabischen Raum im Rahmen einer rituellen Teezeremonie getrunken wird. Ferner werden Fruchtsäfte (Mango, Guave, Papaya, Tamarinde) und der aus getrockneten Hibiskusblüten zubereitete Bissap-Saft getrunken. Eine weitere Spezialität des Landes ist der Kinkelibatee.
Kleidung
Die Westafrikaner tragen gerne bunte Kleider, die Stoffe sind dünn gewebt und in der Batik-Technik gefärbt. Im Straßenbild der Küstenregion, um Serekunda, mischt sich die europäische Kleidung gleichberechtigt mit den traditionellen Gewändern. Trotz vielfach staubiger und unbefestiger Straßen sind Gambier stets bestrebt, sauber und modisch gekleidet zu sein.
Für das islamische Freitagsgebet kleiden sich die meisten Männer, auch die jungen Männer in der Küstenregion, die sonst gerne westliche Kleidung tragen, in einem Kaftan. Die moslemischen Sitten werden aber hier freier ausgelegt, Frauen haben hier andere Möglichkeiten, Modebewusstsein zu zeigen. So ist eine freie Schulter überhaupt nichts Verwerfliches, selbst eine entblößte Brust einer stillenden Frau wird dort eher akzeptiert als in westlichen Ländern. Einzig das Knie einer Frau sollte bedeckt sein, obwohl man dieses Tabu in der Küstenregion auch lockerer sieht.
Sport
Bei den letzten Olympischen Sommerspielen 2004 nahmen zwei Sportler aus Gambia teil. Zum Einen Jaysuma Saidy Ndure, der an den Leichtathletik-Wettbewerben 100-Meter und 200-Meter der Männer teilnahm sowie Adama Njie, die am Leichtathletik-Wettbewerb 800-Meter der Frauen teilnahm. In der Olympiabilanz Gambias stehen bisher noch keine Medaillen.
Fußball
Die Nation ist stark vom Fußball begeistert, in der Nähe von Banjul gibt es ein großes Stadion, das 40.000 Zuschauer fassen kann. Das 29 Millionen Euro teure Independence National Stadium wurde von den Chinesen im Rahmen eines Entwicklungshilfeprojektes gebaut. Dieses Stadion wird auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Die Gambische Fußballnationalmannschaft (genannt The Scorpions) befindet sich zur Zeit auf der FIFA-Weltrangliste auf Platz 88 (Stand April 2008). Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 unterlag die Mannschaft in der ersten Qualifikationsrunde gegen die Mannschaft aus Liberia und konnte sich damit nicht weiter qualifizieren.
Wrestling
Volkssport mit großer Tradition unter den Männern, vor allem in der Ethnie der Diola, in Gambia ist das Wrestling, eine Form des Ringkampfes. Dieses Wrestling hat in Gambia eine ähnliche Stellung wie das Sumo-Ringen in Japan. Unter den Herrscherfamilien im 11. Jahrhundert gab es schon Ringerwettkämpfe. Heute wird der Wettkampf in jedem Dorf, besonders im Süden an der Grenze zu der senegalesischen Region Casamance, ausgetragen.
Umwelt
Die häufigsten Naturkatastrophen, die das Land bedrohen, sind Buschfeuer, Dürren, Küstenerosion, Überschwemmungen, Staubstürme und Heuschreckenplagen.
Seit den 70ern kommt es, zusammen mit Buschbränden, zu erhöhtem Auftreten von Dürrekatastrophen. Und seit Mitte den 80ern treten Staubstürme, die mehr als drei Tage andauern, fast jährlich auf. In den letzten 20 Jahren sind weite Abschnitte der Küstenlinie zwischen Banjul und Tanji durch Erosion bei Sturmfluten beschädigt worden, wobei es auch zu erheblichen Verlusten an Besitztümern gekommen ist. Seit kurzem treten Überschwemmungen des Flusses jährlich auf, die in vielen Teilen des Landes Felder und Gebäude beschädigen. Im Jahr 2004 bekämpfte die gesamte westafrikanische Region eine riesige Population an Heuschrecken, die Gambische Regierung rief deshalb vorsorglich den Notstand aus.
Die Erweiterung der Ackerflächen, Überweidung durch Viehwirtschaft, Buschbrände und unerlaubter Holzeinschlag hat die Waldfläche von ungefähr 70 Prozent in den sechziger Jahren auf weniger als neun Prozent im Jahr 2000 verringert.
Schutzgebiete
Der Abuko Nature Reserve ist das bekannteste Naturschutzgebiet in Gambia. Der 1968 eingerichtete etwa hundert Hektar große Park liegt etwa zwanzig Kilometer südlich von der Kombo-St. Mary Area.